Ich sitze in der Kantine und höre Kollegen zu, die darüber sprechen, wie sie ihre Partner mit einem Wochenendausflug überraschen wollen, und unwillkürlich muss ich an Heiligabend letzten Jahres zurückdenken, als meine Frau Marie mich zusammengesackt auf dem Badezimmerboden fand.
24. Dezember 2024, 02:17 Uhr.
Ihr Schrei hallte durch das ganze Haus:
„Georg! Oh mein Gott! Georg!“
Ich versuchte etwas zu sagen, aber meine Worte klangen undeutlich und verwirrt.
Ich sah sie an, aber alles war verschwommen, als würde ich durch ein beschlagenes Fenster schauen.
Sie schluchzte. Ihre Stimme brach, als sie sagte:
„Du bist aufgestanden, um auf die Toilette zu gehen, und plötzlich hörte ich einen lauten Knall. Du hast nicht mehr geatmet.“
Ihre Hände zitterten so sehr, dass sie ihr Telefon fast fallen ließ, als sie versuchte, es zu entsperren, um die 112 zu wählen.
Als es ihr endlich gelang, erhellte der Bildschirm ihr tränenüberströmtes Gesicht. Ihr Finger verweilte über der Anruftaste.
„Soll ich anrufen? Georg, soll ich einen Krankenwagen rufen? Bitte, sag etwas...“
Ich schüttelte schwach den Kopf und versuchte, mich aufzurichten.
Alles drehte sich um mich herum.
„Ich... ich bin okay... mir ist nur... ein bisschen schwindelig...“
Aber wir wussten beide: Das war nicht normal. Es war das dritte Mal in zwei Monaten, dass ich am Boden zu mir kam. Und diesmal war auch Blut dabei.